Seit 2012 Kindergeld auch für verheiratete Kinder

Heiratet Ihr Sohn oder Ihre Tochter, noch bevor er oder sie 25 ist und seine bzw. ihre Ausbildung abgeschlossen hat, haben Sie weiter Anspruch auf Kindergeld.

Die frühere Rechtsprechung, wonach die Eltern kein Kindergeld mehr brauchen, weil ja der Ehepartner des Kindes für das Kind sorgen kann, ist mit Wirkung ab Januar 2012 hinfällig, weil es seitdem auf die Einkünfte des Kindes nicht mehr ankommt, wie der Bundesfinanzhof Ende letzten Jahres entschieden hat (BFH, 17.10.13, III R 22/13, DStR 14, 188).

Das bedeutet: Sie bekommen ab 2012 auch dann Kindergeld, wenn Sohn oder Tochter mit einem gut verdienenden Partner verheiratet ist. Für Ihren Berater: Die bestehende „Dienstanweisung zur Durchführung des Familienleistungsausgleichs“ (DA-Fam EStG 2013 Abschnitt 31.2.2) ist damit rechtswidrig.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

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Kinderbetreuungskosten ab 2012 stark vereinfacht

Bis 2011 war der Abzug von Kinderbetreuungskosten recht kompliziert geregelt und an allerlei Voraussetzungen geknüpft. Das wurde rückwirkend für das Steuerjahr 2012 stark vereinfacht. Voraussetzungen gibt es jetzt nicht mehr, sondern man kann in der Steuererklärung 2012 für jedes Kind unter 14 Jahren 2/3 der Kosten, höchstens aber 4.000 Euro als Sonderausgaben absetzen.

Was sind Kinderbetreuungskosten? Kindergartenbeiträge (aber abzüglich Spiel-, Essens- und Getränkegeld), Tagesmütter (auch Angehörige – s. u.), Hausaufgabenbetreuung, Au-Pair-Mädchen. Keine Kinderbetreuungs­kosten sind: Kosten Au-Pair-Mädchen, soweit diese normale Hausarbeiten mit erledigt, Musikunterricht, Sprachkurse, Tennisstunden usw.

 

Tipp: Die Betreuungsperson kann auch ein volljähriger Familienangehöriger sein, wenn es nicht Mutter/Vater/Lebenspartner ist. Es müssen den Leistungen klare Vereinbarungen (wirksamer Arbeitsvertrag) zu Grunde liegen. Die betreuende Person kann auch die Oma usw. sein. Das Geld muss überwiesen und von der betreuenden Person versteuert werden. Sogar Fahrtkosten der Großmutter zur Betreuung ihres Enkelkindes sind bei entsprechender Vertragsgestaltung bei den Eltern Kinderbetreuungskosten. (FG Baden-Württemberg, 09.05.12, 4 K 3278/11, DStRE 12, 1500)

Beispiel – so geht’s: Die Oma aus dem Nachbarort passt pro Tag zwei Stunden auf den zehnjährigen Sohn auf. Dafür erhält sie 450 Euro im Monat. (Überweisung!). Das Ganze wird angemeldet mit Haushaltsscheck-Verfahren (Nebenkosten 64,98 Euro im Monat). Die Kosten in Höhe von 6.179,76 Euro im Jahr können von den Eltern in Höhe von 4.000 Euro als Sonderausgaben abgesetzt werden. So geht’s nicht: Die Eltern zahlen der 15-Jährigen Schwester etwas dafür, dass sie auf den kleinen Bruder aufpasst. Solche Leistungen werden „üblicherweise auf familienrechtlicher Grundlage unentgeltlich erbracht“ und können nicht abgesetzt werden. (BMF, 14.03.12, Rz. 4, BStBl. I 12, 307)

 
Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling