So schenken Sie einem Schwiegerkind steuerfrei

Der Schenkungssteuer-Freibetrag für leibliche Kinder beträgt 400.000 Euro je Elternteil. Für Schwiegerkinder gelten hingegen gerade einmal fünf Prozent davon: nur 20.000 Euro Freibetrag. Wer trotzdem der Schwiegertochter (bzw. dem Schwiegersohn) größere Beträge schenken will, sollte zuerst seinem eigenen Kind schenken und dieses schenkt dann weiter.

Falls Ihr Finanzamt darin eine Umgehung („Kettenschenkung“) sieht und den hohen Freibetrag für Kinder nicht anwenden will, können sie dem Finanzamt ein Urteil des Bundesfinanzhofs entgegenhalten: Falls das beschenkte Kind nicht zur Weiterschenkung verpflichtet ist, darf das Finanzamt nicht unterstellen, der Schwiegerpapa hätte direkt an die Schwiegertochter geschenkt. Nicht einmal dann, wenn es am selben Tag weiterschenkt. (BFH, 18.07.13, II R 37/11, DStR 13, 2103)

Unser Rat: Vereinbaren Sie Schenkung und Weiterschenkung niemals in ein- und derselben Notarurkunde. Es müssen zwei getrennte Akte sein, die aber auch an einem Tag ausgeführt werden können.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

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Pauschalsteuer sparen bei Fahrkarten für Azubis

Spendieren Sie Ihrem Azubi die Bahn- bzw. Busfahrkarte zusätzlich zur Ausbildungsvergütung? Normalerweise kosten Jobtickets 15 Prozent Pauschalsteuer. Diese können Sie sich jedoch bei Azubis oft sparen. Erstens ist die Pauschalsteuer sowieso nur dann sinnvoll, falls Ausbildungsvergütung plus Fahrtkostenersatz zusammen über dem steuerfreien Grundbetrag in Höhe von 917 Euro übersteigt.

Und zweitens gibt es noch ein Schlupfloch bei Fahrten zur Berufsschule: Diese können Sie nämlich in tatsächlicher Höhe (ohne Pauschalsteuer) ersetzen, weil es sich um eine „vorübergehende beruflich veranlasste Auswärts­tätigkeit“ handelt (R 9.2 Abs. 2 Satz 2 LStR). Sie können dem Azubi also die Fahrkarten zur Berufsschule steuerfrei ersetzen, bzw. auch die Monatskarte, falls diese billiger ist als die einzelnen Fahrkarten. Dass der Azubi mit dieser Monatskarte dann auch in Ihren Betrieb fahren kann, ist unschädlich.

Beispiel: Anna aus Dreieich macht eine Ausbildung bei einem Betrieb in Frankfurt am Main, wo sie auch zur Berufsschule geht. Pro Woche fährt Anna dreimal in den Betrieb und zweimal in die Berufsschule. Eine Einzelfahrt zur Schule kostet acht Euro (alle Fahrpreise fiktiv), eine Monatskarte für Auszubildende kostet 60 Euro. Da die einzelnen Karten mit durchschnittlich 68 Euro im Monat teurer wären als die Monatskarte mit 60 Euro, kann der Chef die Monatskarte spendieren. Pauschalsteuer wird nicht fällig, weil es sich um Fahrtkostenersatz für beruflich veranlasste Fahrten handelt.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Wann Maklergebühr beim privaten Hausverkauf Steuern spart

Wenn man ein vermietetes Haus nach Ablauf von zehn Jahren – das Gleiche gilt stets für ein selbst genutztes Haus – verkauft, ist die Maklerprovision des Verkäufers normalerweise nicht abziehbar.

Aber in dem Sonderfall, dass mit der Bank die Tilgung von Schulden bei einem vermieteten Haus vereinbart wird, kann die Maklerprovision unter der Rubrik „Geldbeschaffungskosten“ abzugsfähig sein (FG Münster, 22.05.13, 10K 3103/10 E, EFG 13, 1331; Rev. beim BFH unter Az. IX R 22/13).

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Gute Nachricht für Ihre Mitarbeiter mit Heimarbeitsplatz

Normalerweise kann man Arbeitszimmerkosten nur dann voll absetzen, wenn man die gesamte Arbeitszeit fast nur im Arbeitszimmer verbringt. Kritisch waren bisher Fälle, in denen der Mitarbeiter mit Homeoffice auch ein oder zwei Tage im Betrieb arbeitete.

Erfreuliche Verfügung der Oberfinanzdirektion Münster: Das Arbeitszimmer stellt auch dann den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit dar, wenn ein anderer Arbeitsplatz an ein oder zwei Tagen pro Woche aufgesucht wird. Ergebnis: Voller Abzug der Arbeitszimmerkosten. Wären es drei Tage im Betrieb, könnte man aber nicht mehr davon ausgehen, dass das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt darstellt, weil ja dann mehr im Betrieb gearbeitet würde als zu Hause.

Weiterer Vorteil für Mitarbeiter mit Homeoffice und Dienstwagen: Der normalerweise ungekürzt anzusetzende Wert für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kann anteilig reduziert werden, wenn der Arbeitsplatz an weniger als 15 Tagen im Monat aufgesucht wird. (OFD Münster, 21.03.13, Kurzinfo ESt 6/2013, amtlich n. v.)

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Wann bei EU-Lieferungen hohe Nachzahlungen drohen

Die Steuerbefreiung für Exportlieferungen (und für EU-Lieferungen) kann gestrichen werden, wenn der gesetzlich vorgeschriebene Hinweis auf die Steuer­freiheit des Umsatzes auf der Rechnung fehlt (BFH, 14.11.12, XI R 8/11, amtl. n. v., s. Juris).

In dem Streitfall stand auf der Rechnung nur „VAT@zero for export“. Das genügte dem Bundesfinanzhof nicht. Es hätte der Hinweis auf die Rechnung gehört: „Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“.

Ebenfalls wichtig: Der vorgelegte CMR-Frachtbrief wurde als nicht ausreichender Versendungsbeleg eingestuft, weil die Angaben zu Ort und Tag der Versendung nicht ausgefüllt waren.

Fazit: In dem konkreten Fall hat der Unternehmer eine Menge Merkwürdigkeiten und Fehler auf einmal zusammenkommen lassen. Das Urteil bedeutet nicht automatisch, dass nun überall die Umsatzsteuerbefreiung gestrichen wird, bloß weil nicht explizit auf EU-Lieferungen drauf steht: „Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“ bzw. bei Lieferungen in Drittländer (zum Beispiel USA, Schweiz, Russland) „steuerfreie Ausfuhrlieferung“.

Lieber auf Nummer sicher gehen: Ihre Rechnungsschreibungs-Software sollte so geschlüsselt werden, dass bei EU- bzw. Exportlieferungen der entsprechende Hinweis (s. o.) deutlich angebracht wird.

Neu: Sei 1. Oktober 2013 gilt für die sogenannte Gelangensbestätigung eine vereinfachte Nachweisführung (§ 17a UStDV). Drohende Verschärfung:
Im Gesetzgebungsprozess ist derzeit ein „Amtshilferichtlinieumsetzungsgesetz“, nach dem vorgeschrieben sein wird, dass bei innergemeinschaftlichen Lieferungen die Rechnung spätestens am 15. Tag des Folgemonats ausgestellt wird. Außerdem sind auf dieser Rechnung Umsatzsteuer-ID-Nummer des Unternehmers und des Leistungsempfängers anzugeben. Dieses Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten, es ist aber zu befürchten, dass in Zukunft die Steuerbefreiung vielleicht auch dann gestrichen wird, wenn die Rechnungsstellung nicht schnell genug erfolgt. Im Extremfall (Versendung 31. des alten Monats) haben Sie nur 15 Tage Zeit, um die Rechnung zu schicken.

 

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Kinderbetreuungskosten ab 2012 stark vereinfacht

Bis 2011 war der Abzug von Kinderbetreuungskosten recht kompliziert geregelt und an allerlei Voraussetzungen geknüpft. Das wurde rückwirkend für das Steuerjahr 2012 stark vereinfacht. Voraussetzungen gibt es jetzt nicht mehr, sondern man kann in der Steuererklärung 2012 für jedes Kind unter 14 Jahren 2/3 der Kosten, höchstens aber 4.000 Euro als Sonderausgaben absetzen.

Was sind Kinderbetreuungskosten? Kindergartenbeiträge (aber abzüglich Spiel-, Essens- und Getränkegeld), Tagesmütter (auch Angehörige – s. u.), Hausaufgabenbetreuung, Au-Pair-Mädchen. Keine Kinderbetreuungs­kosten sind: Kosten Au-Pair-Mädchen, soweit diese normale Hausarbeiten mit erledigt, Musikunterricht, Sprachkurse, Tennisstunden usw.

 

Tipp: Die Betreuungsperson kann auch ein volljähriger Familienangehöriger sein, wenn es nicht Mutter/Vater/Lebenspartner ist. Es müssen den Leistungen klare Vereinbarungen (wirksamer Arbeitsvertrag) zu Grunde liegen. Die betreuende Person kann auch die Oma usw. sein. Das Geld muss überwiesen und von der betreuenden Person versteuert werden. Sogar Fahrtkosten der Großmutter zur Betreuung ihres Enkelkindes sind bei entsprechender Vertragsgestaltung bei den Eltern Kinderbetreuungskosten. (FG Baden-Württemberg, 09.05.12, 4 K 3278/11, DStRE 12, 1500)

Beispiel – so geht’s: Die Oma aus dem Nachbarort passt pro Tag zwei Stunden auf den zehnjährigen Sohn auf. Dafür erhält sie 450 Euro im Monat. (Überweisung!). Das Ganze wird angemeldet mit Haushaltsscheck-Verfahren (Nebenkosten 64,98 Euro im Monat). Die Kosten in Höhe von 6.179,76 Euro im Jahr können von den Eltern in Höhe von 4.000 Euro als Sonderausgaben abgesetzt werden. So geht’s nicht: Die Eltern zahlen der 15-Jährigen Schwester etwas dafür, dass sie auf den kleinen Bruder aufpasst. Solche Leistungen werden „üblicherweise auf familienrechtlicher Grundlage unentgeltlich erbracht“ und können nicht abgesetzt werden. (BMF, 14.03.12, Rz. 4, BStBl. I 12, 307)

 
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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Alte Aktienverluste nur noch dieses Jahr verrechenbar

Wer bis 2008 Spekulationsverluste erlitten und daran gedacht hat, diese vom Finanzamt feststellen zu lassen, kann diese nur noch mit Veräußerungsgewinnen aus Wertpapieren von diesem Jahr (oder früher) verrechnen. (§ 23 Abs. 3 Satz 9 in Verbindung mit § 52a Abs. 11 Satz 11 EStG)

Nach dem Steuerjahr 2013 kann man die Verluste nur noch mit Veräußerungen anderer Wirtschaftsgüter wie zum Beispiel Devisen, Edelmetallen oder Kunstgegenständen verrechnen. Ebenso wäre eine Verrechnung mit dem Gewinn aus vermieteten Immobilien möglich, die man innerhalb von zehn Jahren verkauft.

Hinweis:
Theoretisch könnte man die Altverluste sogar noch mit 2013er-Gewinnen aus der Veräußerung von Zinsscheinen oder Dividendenscheinen realisieren. Solche Papiere gibt es aber in der Praxis nicht mehr, weil die Banken keine Tafelpapiere mehr verkaufen.

 

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Jahressteuergesetz 2013 endgültig gescheitert

Die Mehrheit der Bundesländer hat das Jahressteuergesetz 2013 (JStG 2013) am 1. Februar 2013 erneut abgelehnt. Das Gesetz kommt also nun definitiv nicht. Das bedeutet:

  • Vorerst kein Ehegatten-Splitting für gleichgeschlechtliche Partnerschaften.
  • Die so genannte „Cash-GmbH“ zur Umgehung der Erbschaftsteuer bei hohen Vermögen bleibt weiterhin nutzbar, da die geplante Verschärfung des Erbschaftssteuergesetzes nicht stattfindet. Hinweis: Wir raten dennoch zur Vorsicht und halten die Cash-GmbH für eine wacklige Konstruktion – auch wenn sie noch nicht explizit „verboten“ wurde.
  • Die Aufgabe der Investitionsabsicht beim Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG) sollte eigentlich – schon immer – eine rückwirkende Verzinsung der Nachzahlung mit sechs Prozent p. a. auslösen. Durch eine Gesetzespanne aus dem Jahre 2007 kam es aber fast nie zu diesem Strafzins. Diese Panne sollte im JStG 2013 ausgebügelt werden – doch nun bleibt sie weiter im Gesetz.
  • Keine Verkürzung der Aufbewahrungsfristen. Es bleibt bis auf Weiteres bei zehn Jahren für Buchhaltungsunterlagen.
  • Und der angestrebte Steuer-Rabatt bei der Ein-Prozent-Regel für (rein) elektrisch betriebene E-Autos kommt (fürs Erste) auch nicht.

 

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Was eine Erbschaftssteuererklärung noch auslösen kann

Wie die Financial Times Deutschland (17. September 2012) recherchiert hat, leiten die Erbschaftssteuer-Finanzämter Kontrollmitteilungen an die
Ein­kommenssteuer-Kollegen weiter, wenn Kapitalvermögen von mehr als
50.000 Euro vererbt wurde (vgl. Ländererlass v. 21.06.12, BStBl. I 12, 712).

Oft wird dabei die Vergangenheit des Erblassers durchleuchtet, insbesondere also, ob Inlands-Kapitalerträge vor 2009 korrekt erklärt wurden bzw. ausländische Kapitalerträge bis zum heutigen Datum.

Hinweis: Wer Vermögen erbt und weiß, dass der Erblasser seinen steuer­lichen Pflichten nicht nachgekommen ist, muss dessen Steuererklärungen berichtigen und dessen Einkommenssteuer nachzahlen (§ 153 AO). Wer das vorsätzlich unterlässt, begeht selbst Steuerhinterziehung.
Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Was Sie über Arbeitsessen wissen sollten

Der Begriff Arbeitsessen wird häufig verwendet, wenn der Chef mit seinen Mitarbeitern zum Essen geht oder mehrere Mitarbeiter auf Firmenkosten miteinander zum Essen gehen. Genau definiert ist der Begriff freilich nirgends. Lediglich in R 19.5 Abs. 2 Satz 6 LStR wird ausgeführt, dass ein Arbeitsessen keine Betriebsveranstaltung ist. Damit fällt die Möglichkeit weg, die Lohnsteuer mit 25 Prozent zu pauschalieren. Im Folgenden ein paar wichtige Hinweise zum Thema Arbeitsessen.

Voller Betriebsausgabenabzug: Wenn Mitarbeiter bewirtet werden, ist das stets in voller Höhe (nicht nur zu 70 Prozent) abzugsfähig. Falls Sie eine
korrekte Rechnung mit Mehrwertsteuerausweis haben, ist auch die Vor­­­steuer abziehbar.

Belohnungsessen sind steuerpflichtig: Werden fleißige Mitarbeiter zur Belohnung zum Essen eingeladen, ist das generell lohnsteuerpflichtig. Eine Pauschalierungsmöglichkeit gibt es nicht.

Essen während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes: Falls eine lang andauernde Besprechung oder ein unerwartet aufgetretener Arbeits­einsatz lediglich zum Essen unterbrochen wird, ist das Essen nicht steuerpflichtig, sofern es nicht aufwändig ist (Pro-Kopf-Grenze 40 Euro brutto).

Wann ist es nun steuerpflichtig und wann steuerfrei? Die Grenzen zwischen einem Belohnungsessen (steuerpflichtig) und einem betrieblich veranlassten „Essen während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes“ (steuer­frei) sind fließend. Als Faustregel kann man sagen, dass Restaurantbesuche, die mit gewisser Regelmäßigkeit stattfinden, steuerpflichtig sind, ebenso, wenn die Bewirtung des Arbeitnehmers im Vordergrund steht. Das gilt auch dann, wenn während des Essens betriebliche Angelegenheiten besprochen werden. Steuerfrei ist das Essen hingegen, wenn eine außergewöhnliche betriebliche Besprechung lediglich zur Einnahme der Mahlzeit unterbrochen wird.

Teilnahme des Mitarbeiters an geschäftlicher Bewirtung: Lädt der Mitarbeiter selbst Kunden bzw. Lieferanten ein oder kommt der Mitarbeiter zum Essen mit, wenn der Chef Geschäftspartner einlädt, so liegt niemals Lohnsteuerpflicht vor. Allerdings gibt es dann nur 70 Prozent statt 100 Prozent Betriebsausgabenabzug.

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling