Autoverkauf an Nicht-EU-Ausländer: Rechtslage verschärft

Verkaufen Sie einen Geschäftswagen an einen Russen, Türken, Schweizer oder einen anderen Nicht-EU-Bürger, der das Fahrzeug in ein Nicht-EU-Land exportiert, können Sie das Auto umsatzsteuerfrei verkaufen (§ 4 Nr. 1a Umsatzsteuergesetz).

Allerdings gelten hier nun verschärfte Nachweispflichten. Verkündet wurde das durch ein BMF-Schreiben vom 26. April 2013, gelten soll es aber schon seit 19. Dezember 2012. (BStBl. 2013, Teil I S. 714, Abschnitt 6.6 und 6.7 UStAE)
Das sind die Nachweispflichten im Einzelnen:

  • Auf der Rechnung muss die Fahrzeug-Identifikationsnummer vermerkt sein.
  • Sie brauchen eine Bescheinigung der Zulassung im Drittland, der Ver­zollung und darüber, dass dort die Einfuhrumsatzsteuer bezahlt wurde.
  • Um diese Anforderungen kommen Sie herum, wenn die Ausfuhr mit einem Ausfuhrkennzeichen (roter Streifen auf der rechten Seite) erfolgte.

Beispiel: Ein Türke mit Adresse in Ankara kauft Ihnen Ihren alten Geschäftswagen ab, kann aber weder nachweisen, dass er den Wagen in der Türkei angemeldet hat, noch dass das Auto dort verzollt oder versteuert wurde. Dann wird Ihnen das Finanzamt die Umsatzsteuerbefreiung für diese Ausfuhr­lieferung streichen, denn es könnte ja sein, dass der Mann in Deutschland lebt und er das Auto gar nicht exportiert hat.

Tipp: Stellen Sie zuerst eine Bruttorechnung über den Betrag inkl. Umsatzsteuer, ohne diese freilich auszuweisen (z. B. „Gesamtpreis 11.900 Euro“). Denn dann müssen Sie diese Rechnung nicht zurückfordern. Wenn die erforderlichen Nachweise geliefert werden, gewähren Sie einen Preisnachlass in Höhe der Umsatzsteuer (1.900 Euro).

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling