Kinderbetreuungskosten ab 2012 stark vereinfacht

Bis 2011 war der Abzug von Kinderbetreuungskosten recht kompliziert geregelt und an allerlei Voraussetzungen geknüpft. Das wurde rückwirkend für das Steuerjahr 2012 stark vereinfacht. Voraussetzungen gibt es jetzt nicht mehr, sondern man kann in der Steuererklärung 2012 für jedes Kind unter 14 Jahren 2/3 der Kosten, höchstens aber 4.000 Euro als Sonderausgaben absetzen.

Was sind Kinderbetreuungskosten? Kindergartenbeiträge (aber abzüglich Spiel-, Essens- und Getränkegeld), Tagesmütter (auch Angehörige – s. u.), Hausaufgabenbetreuung, Au-Pair-Mädchen. Keine Kinderbetreuungs­kosten sind: Kosten Au-Pair-Mädchen, soweit diese normale Hausarbeiten mit erledigt, Musikunterricht, Sprachkurse, Tennisstunden usw.

 

Tipp: Die Betreuungsperson kann auch ein volljähriger Familienangehöriger sein, wenn es nicht Mutter/Vater/Lebenspartner ist. Es müssen den Leistungen klare Vereinbarungen (wirksamer Arbeitsvertrag) zu Grunde liegen. Die betreuende Person kann auch die Oma usw. sein. Das Geld muss überwiesen und von der betreuenden Person versteuert werden. Sogar Fahrtkosten der Großmutter zur Betreuung ihres Enkelkindes sind bei entsprechender Vertragsgestaltung bei den Eltern Kinderbetreuungskosten. (FG Baden-Württemberg, 09.05.12, 4 K 3278/11, DStRE 12, 1500)

Beispiel – so geht’s: Die Oma aus dem Nachbarort passt pro Tag zwei Stunden auf den zehnjährigen Sohn auf. Dafür erhält sie 450 Euro im Monat. (Überweisung!). Das Ganze wird angemeldet mit Haushaltsscheck-Verfahren (Nebenkosten 64,98 Euro im Monat). Die Kosten in Höhe von 6.179,76 Euro im Jahr können von den Eltern in Höhe von 4.000 Euro als Sonderausgaben abgesetzt werden. So geht’s nicht: Die Eltern zahlen der 15-Jährigen Schwester etwas dafür, dass sie auf den kleinen Bruder aufpasst. Solche Leistungen werden „üblicherweise auf familienrechtlicher Grundlage unentgeltlich erbracht“ und können nicht abgesetzt werden. (BMF, 14.03.12, Rz. 4, BStBl. I 12, 307)

 
Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Alte Aktienverluste nur noch dieses Jahr verrechenbar

Wer bis 2008 Spekulationsverluste erlitten und daran gedacht hat, diese vom Finanzamt feststellen zu lassen, kann diese nur noch mit Veräußerungsgewinnen aus Wertpapieren von diesem Jahr (oder früher) verrechnen. (§ 23 Abs. 3 Satz 9 in Verbindung mit § 52a Abs. 11 Satz 11 EStG)

Nach dem Steuerjahr 2013 kann man die Verluste nur noch mit Veräußerungen anderer Wirtschaftsgüter wie zum Beispiel Devisen, Edelmetallen oder Kunstgegenständen verrechnen. Ebenso wäre eine Verrechnung mit dem Gewinn aus vermieteten Immobilien möglich, die man innerhalb von zehn Jahren verkauft.

Hinweis:
Theoretisch könnte man die Altverluste sogar noch mit 2013er-Gewinnen aus der Veräußerung von Zinsscheinen oder Dividendenscheinen realisieren. Solche Papiere gibt es aber in der Praxis nicht mehr, weil die Banken keine Tafelpapiere mehr verkaufen.

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Jahressteuergesetz 2013 endgültig gescheitert

Die Mehrheit der Bundesländer hat das Jahressteuergesetz 2013 (JStG 2013) am 1. Februar 2013 erneut abgelehnt. Das Gesetz kommt also nun definitiv nicht. Das bedeutet:

  • Vorerst kein Ehegatten-Splitting für gleichgeschlechtliche Partnerschaften.
  • Die so genannte „Cash-GmbH“ zur Umgehung der Erbschaftsteuer bei hohen Vermögen bleibt weiterhin nutzbar, da die geplante Verschärfung des Erbschaftssteuergesetzes nicht stattfindet. Hinweis: Wir raten dennoch zur Vorsicht und halten die Cash-GmbH für eine wacklige Konstruktion – auch wenn sie noch nicht explizit „verboten“ wurde.
  • Die Aufgabe der Investitionsabsicht beim Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG) sollte eigentlich – schon immer – eine rückwirkende Verzinsung der Nachzahlung mit sechs Prozent p. a. auslösen. Durch eine Gesetzespanne aus dem Jahre 2007 kam es aber fast nie zu diesem Strafzins. Diese Panne sollte im JStG 2013 ausgebügelt werden – doch nun bleibt sie weiter im Gesetz.
  • Keine Verkürzung der Aufbewahrungsfristen. Es bleibt bis auf Weiteres bei zehn Jahren für Buchhaltungsunterlagen.
  • Und der angestrebte Steuer-Rabatt bei der Ein-Prozent-Regel für (rein) elektrisch betriebene E-Autos kommt (fürs Erste) auch nicht.

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling