Vermeiden Sie diese Sonderzahlungs-Fallen bei Minijobs

In der Urlaubszeit will man Minijobbern oft etwas Gutes tun und ihnen etwas extra zukommen lassen.

Vorsicht bei Urlaubsgeld: Diese Zahlungen werden durch zwölf geteilt und dem Minijob-Lohn aller Monate zugeschlagen. Ist dann die 450-Euro-Grenze überschritten, ist der Minijob für das ganze Jahr gekippt.

Beispiel: X bekommt 400 Euro pro Monat plus 400 Euro Weihnachtsgeld. Kein Problem, denn im Durchschnitt sind das 433 Euro, und damit ist die 450-Euro-Grenze eingehalten. Y erhält 420 Euro plus 420 Euro Sonderzahlung: Minijob für das ganze Jahr ruiniert, weil die 450-Euro-Grenze um fünf Euro überschritten wurde (420 plus 420 durch zwölf = 455).

Gelegentliches Überschreiten: Ein Minijobber arbeitet seit dem 1. Januar gegen ein Entgelt von 450 Euro im Monat. In den Monaten Februar und August wird wegen Krankheitsvertretung jeweils ein erhöhtes Entgelt von 1.200 Euro gezahlt. Das unvorhersehbare Überschreiten der Entgeltgrenze in den Monaten Februar und August bleibt ohne Auswirkung auf den Minijob.

Achtung: Die gelegentliche Überschreitung darf maximal drei Monate im Jahr betragen, und sie muss unvorhersehbar sein. Urlaubsvertretung ist nicht unvorhersehbar, ebenso z. B. hoher Arbeitsbedarf im Einzelhandel vor Weihnachten oder schönes Wetter im Ausflugsgasthaus. Eine Krankheitsvertretung muss auf Anfrage eines Prüfers belegt werden, z. B. durch AU-Bescheinigungen des erkrankten Mitarbeiters, den der Minijobber vertreten hat. Und der Mini­jobber muss fachlich in der Lage sein, den erkrankten Arbeitnehmer zu vertreten. Beispiel: Im Juni erkrankt ein Ingenieur. Der Minijobber aus dem Lager „vertritt“ ihn und erhält im Juni 2.000 Euro. Nicht sehr glaubwürdig.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Wie Sie kurzfristige Jobs und Minijobs kombinieren

Studenten sind beliebte Aushilfskräfte. Wenn man sie im Kalenderjahr maximal drei Monate bzw. 70 Arbeitstage beschäftigt, muss man gar keine Sozial­abgaben abführen.

Allerdings kann man hier leicht Fehler machen, wie folgendes Beispiel zeigt: Ein Abiturient, der auf seinem Studienbeginn wartet, jobbt sieben Monate lang in einem Ausflugslokal, und zwar vom 1. Juni bis 31. Dezember. Juni bis August verdient er jeweils 970 Euro im Monat und September bis Dezember jeweils 60 Euro. Es ist nicht möglich, das als kurzfristige Beschäftigung zu deklarieren (die befristet von 2015 bis 2018 nun drei Monate bzw. 70 Arbeitstage dauern darf), weil das ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis ist und somit durch die Beschäftigung für sieben Monate der Dreimonatszeitraum gesprengt ist. (Das Beispiel wurde aus Beispiel 7b der Geringfügigkeitsrichtlinien vom 12.11.14 entnommen.)

Wenn man nun argumentiert: „Der Mann verdient doch im Schnitt gar nicht mehr als 7 x 450 Euro = 3.150 Euro“, kommen einem die „Geringfügigkeitsrichtlinien“ in die Quere. Diese sind nämlich der Auffassung (freilich ohne gesetzliche Grundlage), dass extreme Schwankungen des Gehalts (was als „extrem“ gilt, ist freilich nirgendwo festgelegt), nämlich von 970 Euro herunter auf 60 Euro nicht mehr akzeptabel sind, und somit die Durchschnitts­berechnung für die Monate Juni bis Dezember nicht möglich ist.

Fazit: Keine kurzfristige Beschäftigung, weil drei Monate überschritten wurden. Und auch kein Minijob, weil durch die 970 Euro von Juni bis August die 450-Euro-Grenze gerissen wird und durch den niedrigen Lohn im Zeitraum September bis Dezember nach Auffassung der Sozialversicherungsträger die Durchschnittsberechnung nicht mehr nach unten korrigiert werden kann.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Praktikanten brauchen nun schriftlichen Arbeitsvertrag

Das so genannte Nachweisgesetz wurde mit Wirkung ab 16. August 2014 ergänzt durch einen Paragrafen 2 Absatz 1a. Diese Vorschrift verpflichtet Sie, jedem Praktikanten eine Niederschrift auszuhändigen.

Darin müssen diese Angaben enthalten sein: Name, Anschrift der Vertragsparteien, Lern- und Ausbildungsziele, Beginn und Dauer des Praktikums, regelmäßige tägliche Praktikumszeit, Zahlung und Höhe der Vergütung, Dauer des Urlaubs und Hinweise auf Tarifverträge.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Was Sie 2015 zur Künstlersozialabgabe wissen müssen

Wer muss die Künstlersozialabgabe zahlen? Jedes Unternehmen, das kreative oder künstlerische Leistungen von Einzelpersonen in Anspruch nimmt, sofern für alle zusammen im Kalenderjahr mehr als 450 Euro bezahlt wurden. Das zahlungspflichtige Unternehmen selbst muss keineswegs zwingend in einer künstlerischen Branche tätig sein.

Typische Beispiele: Eine Maschinenbau-GmbH beauftragt einen Web-Designer mit der Neugestaltung der Homepage und einen pensionierten Beamten mit dem Erstellen von Texten für die Homepage, sowie dem Entwerfen einer Firmenbroschüre. Sofern dafür in Summe im Kalenderjahr mehr als 450 Euro ausgegeben wurden, muss die GmbH die Abgabe (derzeit 5,2 Prozent) bezahlen.

Keine Zahlungspflicht: Wird eine Kapitalgesellschaft (z. B. eine GmbH) oder eine Personengesellschaft (z. B. eine OHG) beauftragt, entfällt die Abgabepflicht. Diese greift nur, wenn Einzelpersonen oder eine GbR beauftragt werden.

Neu ab 2015: Bis einschließlich 2014 gab es eine Drei-Leistungs-Grenze. Das heißt, Sie konnten drei verschiedene kreative Leistungen beauftragen, ohne dass Sie – unabhängig von deren Höhe – abgabepflichtig gewesen wären. Ab 2015 gilt eine Grenze von 450 Euro für alle erteilten Aufträge zusammen im Kalenderjahr. Eine Ausnahme gilt davon 2015 nur noch für Veranstaltungen, z. B. Musik- oder Kabarett-Veranstaltungen: Bei bis zu drei Veranstaltungen im Jahr kann wie bisher mehr als 450 Euro gezahlt werden, ohne dass die Abgabe anfällt. Tipp: Buchen Sie „künstlerische“ Leistungen auf ein separates Konto, damit Sie gleich feststellen, wenn die 450 Euro überschritten sind.

Ab 2015 wird lückenlos geprüft: Die Rentenversicherungs-Prüfer hatten ab 2007 die Befugnis, die Künstlersozialabgabe zu prüfen. Ab 2015 MUSS der Prüfer prüfen – ob er will oder nicht.

Gefährliches Erfassungsformular ab 2015: Hier wird gefragt: „Haben Sie alle Entgelte an künstlerisch tätige Personen vollständig gemeldet?“ Vorsicht! Die Antwort darauf ist mit Strafe bedroht. Schreiben Sie also am besten dazu „nach bestem Wissen und Gewissen“, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Die Meldung muss bis 31. März abgegeben werden.

Das Zahlungsjahr ist maßgeblich: Maßgeblich ist nicht das Jahr der Rechnungsstellung, sondern das Jahr der Zahlung. Beispiel: Ein Sänger auf der Weihnachtsfeier erhält 500 Euro Honorar. Er schickt die Rechnung noch im Dezember 2014, bezahlt wird sie im Januar 2015. Sie gehört eigentlich erst 2015 gemeldet. Allerdings: Wenn es sonst nichts zu beanstanden gibt, wird der Prüfer bestimmt darüber hinwegsehen, dass Sie eine Leistung dem falschen Jahr zugeordnet haben.

Der Kauf von Kunst ist abgabefrei: Nur das Beauftragen von künstlerischen Leistungen ist abgabepflichtig. Sie beauftragen einen Künstler, ein Gemälde zu malen, das in Ihrem Empfang aufgehängt wird = Abgabepflicht. Sie kaufen ein fertiges Bild – keine Abgabepflicht.

Keine Abgabepflicht bei lediglich firmeninterner Nutzung einer Leistung: Werden Leistungen nur im internen Bereich genutzt, muss man keine Abgabe zahlen. Wenn aber irgendein Externer ebenfalls in den Genuss der künstlerischen Darbietung bzw. des grafischen Erzeugnisses kommt, entsteht bereits Abgabepflicht.

Beispiel: Ein Werbetexter entwirft hausinterne Broschüren, um die Produkte zu erklären = keine Abgabepflicht. Irgendwelche Externen bekommen diese Broschüren doch in die Finger = doch Abgabepflicht. Anderes Beispiel: Auf der Weihnachtsfeier eines großen Unternehmens erhalten Künstler 10.000 Euro Honorar. Es nehmen ausschließlich Betriebsangehörige teil = keine Abgabepflicht. Einige Abteilungsleiter kommen auf die Idee, ein paar gute Kunden einzuladen = Abgabepflicht für das gesamte Künstlerhonorar.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Erbschaftssteuer-Urteil gefährdet Übertragungen schon jetzt

Bekanntlich hat das Bundesverfassungsgericht am 17. Dezember 2014 entschieden, dass die Begünstigungsregelungen für Betriebsvermögen bei der Erbschaftssteuer verfassungswidrig sind. Der Gesetzgeber muss bis spätestens 30. Juni 2016 eine Neuregelung treffen.

Bleibt bis 30. Juni 2016 auf jeden Fall alles beim Alten? Das ist nicht sicher. Bis zu diesem Datum muss der Gesetzgeber spätestens handeln, er kann es aber auch schon früher tun. Wir halten es für wahrscheinlich, dass die Neuregelung bereits ab 1. Januar 2016 kommt. Aber es wäre sogar eine rückwirkende Änderung denkbar, die Übertragungen ab 17. Dezember 2014 stärker besteuert.

Hätten Sie bei rückwirkender Verschärfung Vertrauensschutz? Gene­rell wohl nicht, denn das Bundesverfassungsgericht hat ausdrücklich Folgendes hervorgehoben: „Die Fortgeltung der verfassungswidrigen Normen begründet keinen Vertrauensschutz gegenüber einer bis zur Urteilsverkündung rückwirkenden Neuregelung, die einer exzessiven Ausnutzung der gleich­heits­widrigen Paragrafen 13a und 13b ErbStG die Anerkennung versagt.“.

Was hat die Verfassungsrichter besonders gestört?

  • Die Verschonung wird unabhängig von der Unternehmensgröße gewährt. Insbesondere große Unternehmen sollen davon nicht mehr profitieren. Was aber genau unter „groß“ verstanden wird, das ließen die Verfassungsrichter offen.
  • So genanntes unproduktives Verwaltungsvermögen ist bis zu 50 Prozent unschädlich. Ihrer Meinung nach dürfen hier maximal 15 Prozent aus Verwaltungsvermögen bestehen.
  • Ein Ziel der Begünstigung sollte es sein, Arbeitsplätze zu erhalten. Dazu gibt es eine Lohnsummenprüfung, von der allerdings Firmen mit bis
  • 20 Mitarbeitern generell verschont werden. Das hat das Gericht gestört.

Fazit: Wer nach der Urteilsverkündung nun noch sehr wertvolle Betriebe übertragen und sich dabei auf die 85-prozentige Freistellung verlassen will, der sollte genau prüfen lassen, ob er wirklich auch jetzt noch in den Genuss dieser Regelungen kommt. Denn die Fortdauer der jetzigen Regelungen ist eben nicht so hundertprozentig, wie es bisher oft dargestellt wurde.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Der 44-Euro-Benzingutschein bleibt – zumindest vorerst

Im Jahressteuergesetz 2015 war ursprünglich die Absenkung der Steuerfreiheit von Sachbezügen von 44 Euro auf 20 Euro geplant gewesen. Noch schlimmer: Benzingutscheine sollten nur noch steuerfrei sein, falls sie auf Liter lauten – solche Gutscheine gibt es aber in der Praxis gar nicht.

Diese Änderungen wurden vorerst fallen gelassen. Es wird aber gemunkelt, dass das im Laufe des Jahres 2015 im Rahmen eines anderen Steuergesetzes wieder aufs Tablett kommen könnte. Aber vorerst ist hier noch alles beim Alten.

Kombination zulässig: Sie können einem Mitarbeiter in einem Monat etwas aus persönlichem Anlass schenken und zusätzlich noch einen Benzingutschein. Das wird nicht wechselseitig aufeinander angerechnet. Beispiel: Die Sekretärin hat im März Geburtstag und erhält eine Kiste Wein im Wert von 60 Euro brutto geschenkt, außerdem erhält sie einen Benzingutschein in Höhe von 44 Euro. Beides bleibt steuerfrei.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Steuervorteil auch bei teils privat genutzter Photovoltaikanlage

Den 40-prozentigen Investitionsabzug bekommt man nur für Wirtschaftsgüter, die ganz überwiegend (90 Prozent oder mehr) betrieblich genutzt werden. Die betriebliche Nutzung einer Photovoltaikanlage besteht eigentlich in der Einspeisung des Stroms. Bei neueren Anlagen ist die Vergütung allerdings so niedrig, dass es oft lohnender ist, den Strom selbst zu verbrauchen.

Damit würde der Investitionsabzugsbetrag eigentlich ausscheiden – aber nein: Laut eines aktuellen BMF-Schreibens soll der private Verbrauch bei gewerblich betriebenen Photovoltaikanlagen keine steuerschädliche Privatnutzung sein. Anders aber wieder der private Wärmeverbrauch bei Blockheizkraftwerken zur Wärmeerzeugung (BMF, 20.11.13, IV C6-S2139-b/07, Rn 41, BStBl. I 13, 1493).

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Seit 2012 Kindergeld auch für verheiratete Kinder

Heiratet Ihr Sohn oder Ihre Tochter, noch bevor er oder sie 25 ist und seine bzw. ihre Ausbildung abgeschlossen hat, haben Sie weiter Anspruch auf Kindergeld.

Die frühere Rechtsprechung, wonach die Eltern kein Kindergeld mehr brauchen, weil ja der Ehepartner des Kindes für das Kind sorgen kann, ist mit Wirkung ab Januar 2012 hinfällig, weil es seitdem auf die Einkünfte des Kindes nicht mehr ankommt, wie der Bundesfinanzhof Ende letzten Jahres entschieden hat (BFH, 17.10.13, III R 22/13, DStR 14, 188).

Das bedeutet: Sie bekommen ab 2012 auch dann Kindergeld, wenn Sohn oder Tochter mit einem gut verdienenden Partner verheiratet ist. Für Ihren Berater: Die bestehende „Dienstanweisung zur Durchführung des Familienleistungsausgleichs“ (DA-Fam EStG 2013 Abschnitt 31.2.2) ist damit rechtswidrig.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

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Skonto: Bei EU-Kunden muss „ZM“ korrigiert werden

Falls ein Inlandskunde Skonto abzieht, ist das eine Änderung der Bemessungsgrundlage, sodass in der Umsatzsteuer-Voranmeldung die Umsätze entsprechend zu kürzen sind. Und zwar in dem Monat, in dem der Skonto abgezogen wird, nicht in dem Monat, in dem der ursprüngliche Umsatz erfasst wurde.

Diese Änderung der Bemessungsgrundlage gibt es auch bei EU-Kunden: Da ist der Betrag dann in der zusammenfassenden Meldung (ZM) des Abzugs-Monats als Negativumsatz zu erfassen. Da sich bei B-2-B-EU-Lieferungen ohnehin keine Umsatzsteuer ergibt, unterlassen das viele Buchhalter der Einfachheit halber. Das ist jedoch nicht korrekt und kann zu unnötigen Nachfragen durch das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) führen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling

Haben Sie Filialen? Ab 2014 Schwerpunkt clever festlegen

Bisher gab es im Lohnsteuerrecht den Begriff der „regelmäßigen Arbeitsstätte“, der ab 2014 wegfällt. Er wird ersetzt durch den Begriff der „ersten Tätigkeitsstätte“, und diese hat Bedeutung für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Sie als Arbeitgeber können festlegen, welche Niederlassung oder Filiale als „erste Tätigkeitsstätte“ gelten soll.

Wichtig ist das vor allem für Ihre Arbeitnehmer, die in mehreren Betriebsstätten (bzw. Niederlassungen) arbeiten.

Tipp: Bei Arbeitnehmern mit Dienstwagen legen Sie die erste Tätigkeits­stätte so, dass die Entfernung zum Wohnsitz möglichst gering ist.

Beispiel: Die Autohaus-GmbH betreibt eine Filiale in Rosenheim und eine in München Innenstadt. Der Verkaufsleiter, der in Kolbermoor (fünf Kilometer  von Rosenheim entfernt) wohnt, ist meistens in München, manchmal aber auch in Rosenheim. Er hat einen Dienstwagen. Der Arbeitgeber legt Rosenheim für ihn als erste Arbeitsstätte fest, weil das nur fünf Kilometer Entfernung sind statt 70 Kilometer bis nach München. Ergebnis, Der Verkaufsleiter muss deutlich weniger Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte versteuern.

Auch wenn der Arbeitnehmer mit seinem eigenen Auto fahren würde, wäre diese Vorgehensweise clever. Denn bei der Distanz Rosenheim – Kolbermoor ist er auf die 30 Cent je Entfernungskilometer be­schränkt, während er bei den weiter entfernt liegenden Arbeitsstätten 30 Cent je gefahrenen Kilometer abrechnen kann.

Unterschied zwischen Entfernungs-Kilometer und tatsächlich gefahrenen Kilometern: Die Strecke Darmstadt – Frankfurt misst 33 Entfernungskilometer, aber hin und zurück sind es 66 tatsächlich gefahrene Kilometer.

Hinweis: Bei Gesellschafter-Geschäftsführern sowie (Unternehmer-)Ehegatten und Angehörigen behält sich das Finanzamt eine Prüfung vor, ob man hier nicht Missbrauch getrieben hat. Es muss also gut begründet werden, warum man die erste Arbeitsstätte so oder so gelegt hat.

Auswärtstätigkeit bei Kunden: Der Softwareexperte aus Dresden fährt zwei Jahre lang zu einem Kunden seines Arbeitgebers nach Leipzig. Dort entsteht grundsätzlich keine „erste Tätigkeitsstätte“, weil es nicht Räumlichkeiten seines Arbeitgebers, sondern eines Kunden sind.

Ausnahme:
Die Tätigkeit wird dort über einen Zeitraum von mehr als 48 Monaten ausgeübt. (BMF, 30.09.13, BStBl I 13, 1279, Tz. 17)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Krailling